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Begriffe und Abkürzungen — Erlaubter Raum (AIA · DIA · PIA · UCA)

·5 min
Thomas Arends
Autor
Thomas Arends
Management Consulting, Interim-, Projekt-, Qualitätsmanagement

Begriffe und Abkürzungen — Erlaubter Raum (AIA · DIA · PIA · UCA)
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Sprachregel: Die Akronyme sind sprachinvariant und werden in allen Sprachfassungen unverändert geführt (wie ISO-Kürzel). Übersetzt wird ausschließlich die Langform. Grund: Querverweise, Feldnamen und Tabellen-IDs bleiben über Sprachfassungen hinweg identisch.

1. Die vier Einwirkungsklassen
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Abk.DeutschEnglishEspañolFrançais
AIAErlaubte EinwirkungenAllowed Interference ActionsAcciones de Interferencia PermitidasActions d’Interférence Autorisées
DIAGewollte EinwirkungenDesired Interference ActionsAcciones de Interferencia DeseadasActions d’Interférence Souhaitées
PIAPhysikalisch mögliche EinwirkungenPhysically possible Interference ActionsAcciones de Interferencia Físicamente PosiblesActions d’Interférence Physiquement Possibles
UCAUnsichere/ungewollte SteuerhandlungenUnsafe/Unwanted Control ActionsAcciones de Control Inseguras / No DeseadasActions de Commande Non Sûres / Non Souhaitées

AIA — was stören darf, ohne dass der Verlauf den Schlauch verlässt. Signalrauschen, das die Entprellung abfängt; die Böe, die die Spurhaltung ausregelt; die Nachfrageschwankung, die die Liquiditätsreserve trägt. Geometrisch: die Breite des Schlauchs. Formal: eine robust positiv invariante Menge (RPI) gegenüber der Störmenge W. Im Datenblatt: die Operating Conditions.

DIA — was das Ziel formen darf. Der Bediener drückt den Knopf, der Regler bekommt einen neuen Sollwert, das Management beschließt den Kurswechsel. Die DIA-Menge einer Komponente ist die Menge der Mittellinien-Formen, die sie anbietet — welche Zielwechsel, in welchem Parameterraum, in welcher Zeit. Geometrisch: die Mittellinie samt Zeit- und Dauer-Korridoren. Im Datenblatt: die Kennlinien.

PIA — was auf einem Kanal ankommen kann, ohne dass das System aufhört, dieses System zu sein. 10 kV auf einen 5-V-Eingang oder eine Kraft jenseits der Bruchlast sind keine unsicheren Handlungen mehr, sondern gar keine Handlungen: Jenseits dieser Grenze ändert sich die Physik selbst — Durchschlag, Bruch, ein neues Regime —, und es gibt nichts mehr zu regeln. Geometrisch: die äußere Wand des Raums, in dem Mittellinie und Breite überhaupt liegen. Im Datenblatt: die Absolute Maximum Ratings. PIA ist kein viertes, gleichrangiges Muster, sondern der Rahmen der drei. Ein vierter disjunkter Eimer wäre leer — „möglich, aber weder erlaubt noch gewollt" ist wörtlich die Definition von UCA.

UCA — die Restmenge. Kein eigenes Objekt, das gepflegt wird, sondern eine Größe, die berechnet wird: alles, was innerhalb der physikalischen Wand liegt, aber weder erlaubt noch gewollt ist. Erst die deklarierte PIA macht dieses Komplement endlich und damit nachrechenbar.

2. Mengenbeziehungen
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AIA ⊍ DIA ⊍ UCA  =  PIA        (paarweise disjunkt, je Kanal)
AIA ⊆ PIA   ·   DIA ⊆ PIA
UCA := PIA \ (AIA ∪ DIA)

Partitioniert wird nicht „alle Einwirkungen" (unbegrenzt), sondern die physikalisch mögliche Grundmenge PIA pro Kanal. Was außerhalb PIA liegt, ist kein UCA, sondern Zerstörung oder physikalisch unmöglich — eine andere Fehlerklasse mit anderer Folge, getrennt zu führen.

3. Geometrie- und Prüfbegriffe
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DeutschEnglishEspañolFrançaisWas es ist
Verlauf (Ist-Verlauf)TrajectoryTrayectoriaTrajectoireDas Einzige, was existiert: ein Punkt aus allen beteiligten Größen, der durch die Zeit wandert
Schlauch / KorridorTube / corridorTubo / corredorTube / corridorDer erlaubte Raum als Geometrie: Mittellinie + Breite über der Zeit
MittellinieCenterlineLínea centralLigne médianeDer gewollte Weg — die DIA-Deklaration als Geometrie
BreiteWidth (tolerance cross-section)Anchura (sección de tolerancia)LargeurDie erlaubte Abweichung — die AIA-Deklaration als Geometrie; formal RPI-Menge
WandWall (outer bound)Pared (límite exterior)Paroi (limite extérieure)Die PIA-Grenze — äußerer Rahmen von Mittellinie und Breite
DeckungContainmentContenciónInclusionDie eine Operation: Bahn ⊆ Raum, im Fenster
FensterWindowVentanaFenêtreMindesteinheit jeder Aussage; Länge und Abtastung aus den Zeitkonstanten (Nyquist)
ReserveMarginMargenMargeAbstand des Verlaufs zur Schlauchwand — das früheste Drift-Signal
Erreichbare VerläufeReachable setConjunto alcanzableEnsemble atteignableWas das System aus Zeitkonstanten und Stellgrenzen überhaupt kann
KanalChannelCanalCanalDie Schnittstelle, auf der eine Einwirkung ankommt; PIA/AIA/DIA gelten je Kanal
Halten (Zustand)Holding (state)MantenimientoMaintienArbeit bei flacher Mittellinie — eine Render-Etikette
Wechseln (Übergang)TransitioningTransiciónTransitionArbeit bei gewollter Veränderung der Mittellinie — eine Render-Etikette
DriftDriftDerivaDériveBewegung relativ zum Schlauch ohne Auftrag
RPI-MengeRobust positively invariant setConjunto robustamente positivamente invarianteEnsemble robustement positivement invariantFormale Fassung der Breite: was drin ist, bleibt drin unter allen Störungen aus W

4. Die drei Prüfungen
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#FrageDeckungspaar
1 — BetriebLäuft es?Ist-Verlauf ⊆ Schlauch, laufend, im Fenster. Frühindikator: Reserve
2 — AuftragKann es das überhaupt?Mittellinie ⊆ erreichbare Verläufe. Bei Scheitern genau drei ehrliche Auswege: verlangsamen · verbreitern · System ändern
3 — KompositionPassen zwei zusammen?Out_A(k) ⊆ AIA_B(k) ∪ DIA_B(k), je Kanal k. Ergebnis dreiwertig: verträglich / unverträglich / unprüfbar

5. UCA-Typen
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Levesons vier Muster, in der praktischen Fehleranalyse auf sieben Zeilen aufgeteilt. Suffix S = Zustand (Halten), T = Übergang (Wechseln) — die Typologie hängt an der Steuerhandlung, nicht an der Funktionssorte.

IDMusterKurzfassung
UCA-1Nötige Handlung unterbleibtErforderliche Veränderung der Mittellinie findet nicht statt — der Verlauf läuft aus dem alten Schlauch
UCA-2Handlung führt in die GefahrEine Mittellinien-Form, die in keiner DIA-Menge liegt
UCA-3a1Zu frühFehlende Totzone, Reaktion auf zu kleines Signal, Coasting-Restart, Instabilität
UCA-3a2Zu spätLatenz, verbrauchte Reserve, verpasstes Zeitfenster
UCA-3bFalsche ReihenfolgeHandlung außerhalb ihrer Sequenzbedingung (Guard verletzt)
UCA-4aZu kurz ausgeführtDie Abweichung bleibt bestehen
UCA-4bZu lang ausgeführtÜberschwingen an die gegenüberliegende Wand

Die Muster 3 und 4 gelten nicht nur für Zielwechsel: Auch das Halten ist Dauerregelung, und jede einzelne Korrektur kann zu früh, zu spät, zu kurz oder zu lang sein.

6. Statusflags der Deklaration
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Vollständigkeit wird nicht behauptet, sondern gekennzeichnet. Drei getrennte Flags, weil sie verschiedene Fehler machen:

FlagWirkung
PIA nicht deklariertDas UCA-Komplement ist unbegrenzt — die Restmenge wird unberechenbar
Kanal nicht deklariertEinwirkungen über diesen Kanal sind unsichtbar; hier sitzt der vorhersehbare Fehlgebrauch
Breite geschätztDie Restmenge ist berechenbar, aber falsch

Kein Flag wird stillschweigend als Vollständigkeit gelesen.