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Der Agent fährt Ihren kaputten Prozess nur schneller gegen die Wand

·3 min
Thomas Arends
Autor
Thomas Arends
Management Consulting, Interim-, Projekt-, Qualitätsmanagement

Der Agent fährt Ihren kaputten Prozess nur schneller gegen die Wand

Warum der KI-Hype ohne saubere Prozesse teuer scheitert — und was Sie stattdessen tun sollten.

Im Moment läuft eine riesige Welle: Überall KI. Jeder redet von Agenten, von Automatisierung, von „dem Ding, das jetzt alles übernimmt". Und genau hier liegt der Denkfehler.

Eine KI — und erst recht ein Agent — ist kein Zauberstab, der schlechte Arbeit in gute verwandelt. Sie ist ein Beschleuniger. Und ein Beschleuniger macht beides schneller: das Gute und das Kaputte.

Garbage in, Garbage out — nur eben in Hochgeschwindigkeit
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Wenn Sie Ihre Prozesse nicht im Griff haben und setzen einen Agenten obendrauf, dann passiert genau eines: Das Ganze fliegt Ihnen schneller um die Ohren — und kostet zusätzlich Geld.

Ein Agent, der einen miserablen Prozess durchfährt, schmeißt weiterhin genau den gleichen Murks raus wie Ihre Prozesse heute. Nur eben automatisiert, in größerer Menge und mit dem teuren Schein von Fortschritt. Sie produzieren Ihren Mist jetzt schlüsselfertig.

Die unbequeme Wahrheit: Ohne saubere Prozesse werden Sie, auf gut Deutsch, gar nichts auf die Kette kriegen. Mit oder ohne KI.

„Aber wir sind doch zertifiziert"
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Der Klassiker. Und ja — natürlich sind Sie zertifiziert. Weil im Audit die Dokumentation geprüft wird, nicht die Realität.

99 % der Prozesse in den Firmen sind für genau diesen Moment gebaut: für den Audit. Sie sind nicht dafür gemacht, dass damit jemand arbeiten kann. Sie sind dafür gemacht, dass das Zertifikat an der Wand hängt.

Das Zertifikat ändert nichts daran, dass die darunterliegenden Prozesse grottig sind. Es dokumentiert sie nur sauber. Und wenn Sie sich an dieser Stelle nicht ehrlich machen, dann beschert Ihnen die KI-Welle nur eines: Sie werden schneller — und zwar dabei, Ihre Firma gegen die Wand zu fahren.

Wer es richtig macht, hat eines gemeinsam
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Es gibt Firmen, die funktionieren. Und auffällig oft sind das Familienunternehmen oder Betriebe, in denen eine persönliche Accountability des Geschäftsführers im Spiel ist. Jemand haftet. Jemand steht mit Namen, Geld und Ruf dahinter.

Das ist kein Zufall. Wo echte Verantwortung sitzt, entstehen Prozesse, die für die Arbeit gemacht sind — nicht für die Schublade. Und genau dort entscheidet sich, ob KI nützt oder nur Geld verbrennt.

Die richtige Reihenfolge
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Wenn Sie jetzt einfach wieder eine KI obendrauf setzen, hilft Ihnen das überhaupt nichts. Sie müssen erst das Problem lösen, das darunter liegt:

  1. Den Prozess in Ordnung bringen. Ehrlich, nicht audit-tauglich. So, dass er die Arbeit abbildet, die tatsächlich passiert.
  2. Die Mitarbeiter abholen. Sie brauchen eine Perspektive. Wer Agenten auf Menschen loslässt, die nicht verstehen, wohin die Reise geht, erzeugt Widerstand statt Wirkung.
  3. Dann KI einsetzen. Und erst dann ergibt sie auch unheimlich viel Sinn — weil sie einen sauberen Prozess skaliert, statt einen kaputten zu vervielfältigen.
  4. Mitarbeiter weiter entwickeln. Mitarbeiter die den Weg mitgehen, und dank KI nun von lästigen Aufgaben entlastet. Sie werden sich über dne Produktivitätsboost wundern.

Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Wer sie umdreht, zahlt doppelt: einmal für die KI und einmal für den Scherbenhaufen.

Wo Sie anfangen
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KI ist keine Abkürzung um Ihre Hausaufgaben herum. Sie ist die Belohnung dafür, dass Sie sie gemacht haben.

Wenn Sie wissen wollen, wie das systematisch geht — OTSM zeigt Ihnen die Richtung. Ein Datenmodell, eine Plattform: Requirements, FMEA, Prozesse, Compliance. Keine Universallösung, die Ihnen jedes Problem abnimmt. Aber ein ehrliches Fundament, auf dem ein Agent tatsächlich etwas Sinnvolles tun kann — statt nur Ihren bestehenden Mist zu beschleunigen.

Erst der Prozess. Dann der Agent. In dieser Reihenfolge.