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Wie man mit guten Tools Geld verbrennt

·3 min
Thomas Arends
Autor
Thomas Arends
Management Consulting, Interim-, Projekt-, Qualitätsmanagement

These, die Sie an Ihren eigenen Zahlen prüfen können: Ein mittelständischer Bereich mit fünf Business-Tools und 17 Mitarbeitenden verliert durch manuelle Datensynchronisation zwischen diesen Tools mehr als eine halbe Million Euro pro Jahr — ohne dass ein einziges dieser Tools schlecht wäre.

Die Tools sind nicht das Problem
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Jira ist ein gutes Ticketsystem. Salesforce ist ein gutes CRM (Customer-Relationship-Management). SAP kann Fakturierung. Notion kann Dokumentation. Jedes dieser Werkzeuge wurde von Fachleuten für seinen Zweck gebaut und erfüllt ihn.

Das Problem entsteht zwischen den Tools. Jedes System hält seine eigene Kopie der Wahrheit: den Projektstatus, den Liefertermin, die Kundenstammdaten. Und weil es keine gemeinsame Datenhaltung gibt, übernehmen Menschen die Aufgabe, die ein System nie bekommen hat: Sie tragen Daten von A nach B. Von Hand. Jede Woche.

Fünf Kostenblöcke, eine Rechenkette
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Wer diesen Verlust beziffern will, braucht kein Bauchgefühl, sondern eine nachvollziehbare Kette. Sie besteht aus fünf Blöcken: Excel Tabelle jetzt herunterladen

1. Verwaltungsanteil in den Tools. Nicht die produktive Arbeit zählt als Kosten — nur der Anteil, der reine Verwaltung ist: Status doppelt pflegen, Informationen suchen, Felder abgleichen. Je nach Tool sind das 20 bis 35 Prozent der Nutzungszeit.

2. Direkter Synchronisationsaufwand. Fachleute, die Daten zwischen Systemen übertragen, erzeugen keine neue Information. Zwei Stunden pro Woche für eine einzige Verbindung — etwa Salesforce nach SAP — sind bei einem voll belasteten Stundensatz von 100 Euro bereits rund 870 Euro pro Monat. Typische Tool-Landschaften haben zehn solcher Verbindungen.

3. Leistungsverlust durch Kontextwechsel. Jede Synchronisationsstunde reißt eine Fachkraft aus ihrer eigentlichen Arbeit. Wiedereinarbeitung und Motivationsverlust kosten pro Synchronisationsstunde konservativ gerechnet 30 Prozent zusätzlicher Produktivzeit.

4. Nacharbeit aus Daten-Drift — sie tritt immer ein. Manuell gepflegte Daten driften auseinander: vergessene Updates, Tippfehler, Zeitversatz. Konservativ angesetzt werden sechs Prozent der synchronisierten Daten pro Monat inkonsistent. Jede dieser Inkonsistenzen erzeugt Nachaufwand — suchen, klären, korrigieren, neu abstimmen. Der Erfahrungswert: Die Nacharbeit kostet das Doppelte des gedrifteten Werts. Das deckt sich mit der Studienlage, nach der 40 bis 50 Prozent des Gesamtaufwands von Projekten vermeidbare Nacharbeit sind.

5. Eskalation beim Kunden. Ein Teil der Drift-Fälle bleibt nicht intern. Der Vertrieb nennt einen Liefertermin, der im Entwicklungssystem längst überholt ist. Die Rechnung passt nicht zum Auftrag. Bei kundennahen Daten eskaliert erfahrungsgemäß die Mehrheit der Drift-Vorfälle — und je später ein Fehler auffällt und je weiter außen er wirkt, desto teurer wird er. Die bekannte 1-10-100-Regel der Fehlerkosten beschreibt genau diesen Mechanismus.

Das Ergebnis im Beispiel
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Für den beschriebenen Beispielbereich — fünf Tools, zehn Synchronisationsverbindungen, 17 Mitarbeitende, 100 Euro Stundensatz, Urlaubs- und Krankheitstage eingerechnet — ergibt die Kette rund 48.000 Euro pro Monat, knapp 579.000 Euro pro Jahr. In Arbeitskraft ausgedrückt: 3,3 verlorene Vollzeitstellen von 17 — knapp jede fünfte Stelle arbeitet ausschließlich gegen die eigene Tool-Landschaft, als menschliche Schnittstelle zwischen Systemen, die nicht miteinander sprechen.

Jede einzelne Annahme dieser Rechnung ist offen gelegt und einstellbar: Stundensatz, Drift-Rate, Nacharbeitsfaktor, Eskalationsanteile. Wer andere Zahlen für richtig hält, trägt sie ein und erhält sein eigenes Ergebnis. Die These ist damit falsifizierbar — an Ihren Daten.

Die Konsequenz
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Die Antwort auf diese Rechnung ist nicht das sechste Tool und auch nicht die nächste Schnittstellen-Middleware, die eine weitere Kopie der Daten erzeugt. Die Blöcke zwei bis fünf haben eine gemeinsame Ursache: Dieselbe Information existiert mehrfach und wird durch menschliche Disziplin konsistent gehalten.

Sie entfallen vollständig, wenn Information genau einmal erfasst wird und alle Sichten — Anforderungen, Aufgaben, Risiken, Prozesse, Kundendaten — auf demselben Datenbestand arbeiten. Einmal erfassen, überall nutzen. Das ist keine Vision, sondern eine Architekturentscheidung.

Rechnen Sie es für Ihren Bereich nach. Wenn Ihre Zahl unter der Investition für eine Konsolidierung liegt, behalten Sie Ihre Tool-Landschaft — dann ist sie es wert. In den Fällen, die wir bisher gesehen haben, lag sie deutlich darüber.