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2026

China, Berlin, der Markt

·5 min
Teil 4 von 5 der Reihe „Die Zeit, die Sie nicht haben". Teil 1: „Wir haben keine Zeit". Teil 2: „Wir haben kein Personal". Teil 3: „Das haben wir immer so gemacht". Teil 5: „Für die, die noch zuhören". Der Satz stimmt, und er hilft nicht # „China macht die Preise kaputt." „Berlin macht die Energie teuer." „Der Markt ist eingebrochen." Alle drei Sätze stimmen oft. China produziert billiger. Energie ist teurer geworden. Märkte brechen ein.

Wir haben keine Zeit

·5 min
Teil 1 von 5 der Reihe „Die Zeit, die Sie nicht haben". Jeder Teil greift einen Satz auf, den ich in Unternehmen täglich höre. Jeder Teil endet mit einem Prüfschritt, den Sie selbst ausführen können. Teil 2: „Wir haben kein Personal". Teil 3: „Das haben wir immer so gemacht". Teil 4: „China, Berlin, der Markt". Teil 5: „Für die, die noch zuhören". Der Satz stimmt # Ich habe keine / zu wenig Zeit." Ich höre das in fast jedem Betrieb. Und ich glaube es. Die Leute sind nicht faul. Die Kalender sind voll von Terminen, Meetings und, und, und. Die Mails sind voll. Niemand sitzt herum.

Klimadebatte: Zwei Prozent, drei Hebel

·10 min
Der durchaus berechtigte Einwand kommt in jeder Klimadebatte. Deutschland verursacht ca. zwei Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen. Wenn wir kein Gramm Öl mehr verbrennen, wird es woanders billiger. Dann verbrennen andere eben mehr. (Was Deutschland tun könnte und was wirken würde habe ich mal beschrieben.) Der Einwand stimmt zur Hälfte. Genau diese Hälfte zeigt, wo die eigentlichen Hebel liegen. Zur Lesart: Gemessen heißt, es gibt eine Zahl aus einer genannten Quelle. Bekannt heißt, es ist gesichertes Grundwissen. Unsicher heißt, ich schätze oder habe es nicht neu geprüft.

Strohfeuer mit Ansage

·10 min
Beim Konsumklima Summit des NIM in Berlin waren sich ein Podiumsgast und ifo-Präsident Clemens Fuest einig: Das aktuelle Wachstum wird zum Strohfeuer, wenn die Bundesregierung die Bedingungen für private Investitionen nicht spürbar verbessert. Ohne Wachstum lassen sich Rente, Pflege, Infrastruktur und Sicherheit nicht dauerhaft bezahlen. Diese Erkenntnis hat soviel Wert wie, es ist Herbst. Jeder weiß es. Der Satz ist nicht neu. Sogar die Bundesregierung schreibt ihn selbst. Wenn alle dasselbe wissen und trotzdem nichts Messbares passiert, fehlt nicht die Erkenntnis. Dann fehlt die Steuerung. Die Frage ist also nicht mehr „Was ist das Problem?". Die Frage ist: Was ist die Lösung?

EU-Verpackungsverordnung: Quoten erfüllt, Ziel verfehlt?

·6 min
Seit dem 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung. Sie betrifft jedes Unternehmen, das Verpackungen herstellt, befüllt, importiert oder verkauft. Eine allgemeine Mengengrenze nach unten gibt es nicht. Frage: Woran messen wir in zehn Jahren, ob die Verordnung gewirkt hat? Und falls wir es nicht merken: Wie hätte man sie bauen müssen? Geprüft wird mit fünf Fragen aus meinem Lebensfähigkeitsmodell. Sie gelten für jedes System, das einen Zweck hat. Also auch für ein Gesetz.

Finanzamt: Wie, Du kennst die Zulassungsrichtlinie deines Computers nicht? - Zahle!

·5 min
Auf LinkedIn gab es gerade ein sauber gerechnetes Beispiel. Ein reines Elektroauto als Dienstwagen, Bruttolistenpreis 60.000 Euro. Lohnsteuer Betrachtung: Der Listenpreis wird geviertelt. Der geldwerte Vorteil beträgt 150 Euro im Monat. Umsatzsteuer Betrachtung: Die Vergünstigung gilt hier nicht. Maßgeblich ist der volle Wert, also 600 Euro im Monat. - …. Die Differenz beträgt unter der o.a. Berechnung rund 72 Euro Umsatzsteuer pro Fahrzeug und Monat. Bei 100 Fahrzeugen sind das > 85.000 Euro im Jahr. In der Betriebsprüfung wird daraus mal so eben ein sechsstelliger Betrag, plus Zinsen.

Versuchte Ursachenanalyse: Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft

·8 min
China, Energiepreise, Bürokratie, Zölle. Erklärungen für den Zustand der deutschen und auch er europäischen Industrie stehen jeden Tag in der Zeitung. Sie stimmen alle. Sie helfen aber nicht, denn an keinem dieser Punkte kann ein Unternehmer drehen. Wenn ein äußerer Auslöser die Ursache ist, bin ich Effekt. Die Frage ist: Wo hätte jemand im Unternehmen handeln können, und warum ist es nicht passiert? Ich habe versucht, Ursachen herauszufinden. Das Ergebnis vorweg: Ich habe keine nachweisliche Ursache gefunden. Ich habe Auffälligkeiten gefunden, Vermutungen und eine Lücke. Am Ende steht ein Vorschlag, wie ein Unternehmen seine eigene Ursache selbst feststellt.

Die Frist steht im Kalender

·6 min
Aus Neckarsulm kommt: 50.000 Arbeitsplätze. Sie macht Angst. Und sie lähmt, weil sie nach einem Schicksal klingt, das andere entscheiden. Dieser Text richtet sich an die Unternehmen, welche an diesem Werk hängen. Und an die Menschen, die dort arbeiten. Er zeigt eine Rechnung mit zwei Zahlen, welche Sie heute machen können. Ohne zu wissen, wie Audi entscheidet. Was belegt ist # Im Werk NSU arbeiten über 15.000 Menschen. Etwa 1.000 Zulieferer hängen an der Produktion. (Autohaus/dpa) Der Standort hat bis 30. Juni 2027 Zeit für ein wettbewerbsfähiges Konzept. Eine Schließung ist nicht beschlossen. (dpa-AFX) Der VW-Chef nennt Neckarsulm als eines von vier Werken, die nach 2030 schließen könnten. (Reuters) Der Konzern nennt 500.000 Fahrzeuge Überkapazität in Europa. (dpa-AFX, wie oben) Was eine Schätzung ist # Die 50.000. Das ist eine Schätzung von Wirtschaftsexperten für den Fall der Schließung. Es ist keine Ankündigung. Die Zahl ist nicht dieselbe wie die 50.000 Stellen, die der VW-Konzern weltweit abbauen will. Beide Zahlen werden gerade vermischt. Die Kosten. Aus Konzernkreisen heißt es: knapp 6.000 Euro Fabrikkosten je Fahrzeug, die besten Werke in Europa liegen bei rund 3.000 Euro. Bereinigt um Stückzahl und Fahrzeugklasse bleiben rund 2.000 Euro Abstand. Die Rechnung dahinter ist nicht öffentlich. Ich kann sie daher nicht prüfen. Die falsche Frage # Überall die Frage: Was muss passieren, damit Neckarsulm bleibt?

Bundesregierung und Haushaltsausschuss: Sorry, so nicht! Machen Sie Ihren Job nach § 7 BHO.

·4 min
Ich habe gefragt. Zweimal. Die erste Antwort des Haushaltsausschusses lautete: Das ist Sache der Ressorts. Die zweite: Eine titelbezogene Erfolgskontrolle kann im Ausschuss nicht erfolgen, die Entlastung ist eine politische Entscheidung. Auf die Frage, für wie viele der rund 4.000 Ausgabetitel eine Erfolgskontrolle vorliegt, hat mir bis heute niemand eine Zahl genannt. Was ich nicht mehr tue # Bisher lief es andersherum. Ich habe die 133 größten Titel gesichtet, den Haushaltsausschuss angeschrieben, die erste Antwort auseinandergenommen und um Mitstreiter gebeten, damit jeder Titel zweimal bewertet wird. Damit ist Schluss. Nicht, weil die Arbeit falsch wäre, sondern weil sie bei mir nicht hingehört. Ihr seid unsere Angestellten. Die Beweislast für effektive Arbeit und Geldausgeben liegt bei euch. Das habe ich geschrieben, und dann habe ich selbst die Beweise geliefert. Wer eine halbe Billion Euro im Jahr verteilt, schuldet den Nachweis, dass sie wirkt. Der Bürger schuldet ihn nicht.

Die Parkuhr sagt wenigstens Tick Tack

·7 min
Sie geben einen Auftrag heraus und bekommen keine Bestätigung. Kein „verstanden", kein „geht nicht", keine Rückfrage. Da können Sie auch mit einer Parkuhr sprechen. Die sagt wenigstens Tick Tack. Hinter dem Scherz steckt eine Beobachtung aus meiner Arbeit: Wenn etwas nicht funktioniert, ist auffallend oft eine Übergabe gebrochen. Etwas wurde nicht richtig gesendet, kam nicht richtig an oder wurde falsch verstanden. Meine These: Die meisten teuren Fehler entstehen an Schnittstellen, und Übergaben brechen an genau drei Stellen. Das gilt für den Auftrag an einen Kollegen ebenso wie für das Signal zwischen zwei Geräten. Beides hängt zusammen: Ein System bildet die Kommunikationswege der Organisation ab, die es entwirft. So hat es Melvin Conway 1968 beschrieben.