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Overload Handling

·3 min
Thomas Arends
Autor
Thomas Arends
Management Consulting, Interim-, Projekt-, Qualitätsmanagement

Alles nach Plan. Trotzdem laufen die Probleme weiter.

Ich kann nichts garantieren. Aber ich kann zeigen, was bei mir — nach vierzig Jahren, an genau der Stelle, an der es wehtut — falsch justiert war. Keine neue Methode zum Lernen. Nur fünf Stellen, an denen sich der Fehler immer wieder gleich anfühlt.

Das Lebensfähigkeitsmodell kennt fünf Pflichten, die ein System — eine Firma, ein Projekt, eine Rolle — erfüllen muss, um dauerhaft zu bestehen. Ich habe sie nicht zuerst an einer Firma geprüft. Ich habe sie zuerst an mir selbst geprüft.

PflichtWo ich falsch lagWas ich geändert habe
1 — Zweck & AdressatIch bin das, was ich liefere. Meine Identität hängt an der Leistung, nicht am Nutzen, den der Kunde davon hat. Frag mich, wofür ich das mache — ich antworte mit meinem Angebot, nicht mit seinem Problem.Einen Satz umdrehen: nicht „ich bin der, der X macht", sondern „der Kunde braucht Y, X ist gerade mein Weg dahin". Wenn sich das komisch anfühlt — genau da liegt’s.
2 — Soll + DatumIch bin froh, überhaupt einen Auftrag zu haben. Und höre in dem Moment auf zu denken. Kein Abgleich mehr, ob der Auftrag noch zu dem passt, was ich eigentlich liefern wollte — Hauptsache, es kam einer rein.Vor dem Ja eine einzige Frage stellen, nicht danach: passt der noch zu meinem Soll, oder nehme ich ihn nur, weil ich Angst vor der Lücke habe?
3 — Richtig messenIch zähle, was ich rausgeschickt habe — Rechnungen, Stunden, Angebote. Nicht, ob der Kunde wiederkommt, weiterempfiehlt, zufrieden bleibt. Meine Zahl ist meine, nicht seine.Neben die Ausgangszahl eine Rückkehr-Zahl schreiben: wie viele der letzten zehn Kunden sind von selbst zurückgekommen?
4 — Schwachstelle sichtbarIch zeig die 95%, die laufen. Die 5%, die nicht sauber sind — Buchhaltung, die hinterherhinkt, das eine Projekt, das schon lange schiefläuft — schiebe ich weg, weil ich sie nicht anschauen will.Einmal die Woche fünf Minuten: was ist gerade das Unangenehmste, das ich liegen lasse? Genau das aufschreiben, nicht das, was gut läuft.
5 — ReaktionszeitIch weiß es. Ich schiebe es trotzdem raus. Prokrastination, weil’s unangenehm ist — nicht weil ich’s nicht sehe, sondern weil Hinsehen weh tut.Die unangenehme Sache zuerst am Tag machen, nicht zuletzt. Nicht weil sie wichtiger ist als alles andere — weil sie sonst nie drankommt.

Das klingt geglättet, fast zu ruhig für den Alltag, in dem man steckt. Ist es nicht — selbst der Tiger reißt sich den ganzen Tag den Arsch auf und geht trotzdem oft genug hungrig schlafen. Anstrengung allein war nie die Garantie. Aber an der richtigen Stelle gemessen und agiert, gibt es eine Chance.

Image by Vilius Kukanauskas from Pixabay