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2026

Finanzamt: Wie, Du kennst die Zulassungsrichtlinie deines Computers nicht? - Zahle!

·5 min
Auf LinkedIn gab es gerade ein sauber gerechnetes Beispiel. Ein reines Elektroauto als Dienstwagen, Bruttolistenpreis 60.000 Euro. Lohnsteuer Betrachtung: Der Listenpreis wird geviertelt. Der geldwerte Vorteil beträgt 150 Euro im Monat. Umsatzsteuer Betrachtung: Die Vergünstigung gilt hier nicht. Maßgeblich ist der volle Wert, also 600 Euro im Monat. - …. Die Differenz beträgt unter der o.a. Berechnung rund 72 Euro Umsatzsteuer pro Fahrzeug und Monat. Bei 100 Fahrzeugen sind das > 85.000 Euro im Jahr. In der Betriebsprüfung wird daraus mal so eben ein sechsstelliger Betrag, plus Zinsen.

Versuchte Ursachenanalyse: Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft

·8 min
China, Energiepreise, Bürokratie, Zölle. Erklärungen für den Zustand der deutschen und auch er europäischen Industrie stehen jeden Tag in der Zeitung. Sie stimmen alle. Sie helfen aber nicht, denn an keinem dieser Punkte kann ein Unternehmer drehen. Wenn ein äußerer Auslöser die Ursache ist, bin ich Effekt. Die Frage ist: Wo hätte jemand im Unternehmen handeln können, und warum ist es nicht passiert? Ich habe versucht, Ursachen herauszufinden. Das Ergebnis vorweg: Ich habe keine nachweisliche Ursache gefunden. Ich habe Auffälligkeiten gefunden, Vermutungen und eine Lücke. Am Ende steht ein Vorschlag, wie ein Unternehmen seine eigene Ursache selbst feststellt.

Die Frist steht im Kalender

·6 min
Aus Neckarsulm kommt: 50.000 Arbeitsplätze. Sie macht Angst. Und sie lähmt, weil sie nach einem Schicksal klingt, das andere entscheiden. Dieser Text richtet sich an die Unternehmen, welche an diesem Werk hängen. Und an die Menschen, die dort arbeiten. Er zeigt eine Rechnung mit zwei Zahlen, welche Sie heute machen können. Ohne zu wissen, wie Audi entscheidet. Was belegt ist # Im Werk NSU arbeiten über 15.000 Menschen. Etwa 1.000 Zulieferer hängen an der Produktion. (Autohaus/dpa) Der Standort hat bis 30. Juni 2027 Zeit für ein wettbewerbsfähiges Konzept. Eine Schließung ist nicht beschlossen. (dpa-AFX) Der VW-Chef nennt Neckarsulm als eines von vier Werken, die nach 2030 schließen könnten. (Reuters) Der Konzern nennt 500.000 Fahrzeuge Überkapazität in Europa. (dpa-AFX, wie oben) Was eine Schätzung ist # Die 50.000. Das ist eine Schätzung von Wirtschaftsexperten für den Fall der Schließung. Es ist keine Ankündigung. Die Zahl ist nicht dieselbe wie die 50.000 Stellen, die der VW-Konzern weltweit abbauen will. Beide Zahlen werden gerade vermischt. Die Kosten. Aus Konzernkreisen heißt es: knapp 6.000 Euro Fabrikkosten je Fahrzeug, die besten Werke in Europa liegen bei rund 3.000 Euro. Bereinigt um Stückzahl und Fahrzeugklasse bleiben rund 2.000 Euro Abstand. Die Rechnung dahinter ist nicht öffentlich. Ich kann sie daher nicht prüfen. Die falsche Frage # Überall die Frage: Was muss passieren, damit Neckarsulm bleibt?

Bundesregierung und Haushaltsausschuss: Sorry, so nicht! Machen Sie Ihren Job nach § 7 BHO.

·4 min
Ich habe gefragt. Zweimal. Die erste Antwort des Haushaltsausschusses lautete: Das ist Sache der Ressorts. Die zweite: Eine titelbezogene Erfolgskontrolle kann im Ausschuss nicht erfolgen, die Entlastung ist eine politische Entscheidung. Auf die Frage, für wie viele der rund 4.000 Ausgabetitel eine Erfolgskontrolle vorliegt, hat mir bis heute niemand eine Zahl genannt. Was ich nicht mehr tue # Bisher lief es andersherum. Ich habe die 133 größten Titel gesichtet, den Haushaltsausschuss angeschrieben, die erste Antwort auseinandergenommen und um Mitstreiter gebeten, damit jeder Titel zweimal bewertet wird. Damit ist Schluss. Nicht, weil die Arbeit falsch wäre, sondern weil sie bei mir nicht hingehört. Ihr seid unsere Angestellten. Die Beweislast für effektive Arbeit und Geldausgeben liegt bei euch. Das habe ich geschrieben, und dann habe ich selbst die Beweise geliefert. Wer eine halbe Billion Euro im Jahr verteilt, schuldet den Nachweis, dass sie wirkt. Der Bürger schuldet ihn nicht.

Die Parkuhr sagt wenigstens Tick Tack

·7 min
Sie geben einen Auftrag heraus und bekommen keine Bestätigung. Kein „verstanden", kein „geht nicht", keine Rückfrage. Da können Sie auch mit einer Parkuhr sprechen. Die sagt wenigstens Tick Tack. Hinter dem Scherz steckt eine Beobachtung aus meiner Arbeit: Wenn etwas nicht funktioniert, ist auffallend oft eine Übergabe gebrochen. Etwas wurde nicht richtig gesendet, kam nicht richtig an oder wurde falsch verstanden. Meine These: Die meisten teuren Fehler entstehen an Schnittstellen, und Übergaben brechen an genau drei Stellen. Das gilt für den Auftrag an einen Kollegen ebenso wie für das Signal zwischen zwei Geräten. Beides hängt zusammen: Ein System bildet die Kommunikationswege der Organisation ab, die es entwirft. So hat es Melvin Conway 1968 beschrieben.

Requirements Engineering am Beispiel Schaltschrank

·18 min
„Der Schaltschrank muss IP 54 sein.“ So oder so ähnlich steht es in den Liefervorschriften, die ich gelesen habe. Die Aussage ist nicht falsch. Sie sagt aber nicht, was der Schrank tun soll. Sie nennt einen Kennwert und überlässt dem Leser, wofür. Gutes Requirements Engineering ermöglicht Wiederverwendbarkeit von Anforderungen und öffnet die Tür für neue Lösungen. Eine Funktion ist lösungsfrei: Sie gilt weiter, wenn das Bauteil wechselt. Anforderungen sollten als Funktion geschrieben sein: Wer leistet was, von wo nach wo, und woran wird es gemessen. Der Einwand dagegen lautet: zu schwierig. Er ist berechtigt, denn mir fällt der Schritt vom Merkmal zur Funktion selbst nicht immer leicht.

Drei Risikoberichte, vier Auffälligkeiten, ein Vorschlag

·14 min
Wenn ein Autokonzern Stellen abbaut, steht die Erklärung meist schon in der Mitteilung: China, Zölle, schwache Nachfrage, teure Energie. Das sind alles äußere Faktoren: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik. Der Fachterminus für eine solche Aufzählung ist PEST-Analyse. Inhaltlich die aufgrführten Punkte korrekt. Das hilft aber niemandem weiter, denn an keinem dieser Punkte kann irgendjemand was drehen. Die Frage ist: Wo hätte jemand handeln können? Deshalb habe ich an einer anderen Stelle nachgesehen: im Risikomanagement. Das ist der Teil eines Unternehmens, der früh sehen soll, was auf die Firma zukommt. Gelesen habe ich, was die drei großen deutschen Hersteller dazu selbst veröffentlichen:

Reality correction: Man fliegt dorthin, wo man hinschaut

·6 min
Jeder Fahrlehrer für Motorräder sagt denselben Satz: Schau nicht auf das Hindernis. Schau dorthin, wo du hinwillst. Wer auf den Baum starrt, fährt in den Baum. Piloten lernen das Gleiche. Das Phänomen heißt Zielfixierung, und es funktioniert zuverlässig: Die Maschine folgt dem Blick. Auf Social Media starren wir seit Jahren auf den Baum. Ihr habt recht. Es hilft nur nichts. # Damit kein Missverständnis entsteht: Ich bin mit der Regierungsarbeit in diesem Land maximal unzufrieden. Ich habe über den Bundeshaushalt geschrieben > 400 MRD € (Hauptsache Geld ausgeben?) und den Haushaltsausschuss gefragt, wer prüft, ob das Geld wirkt. Die Antwort: Zuständig sind die Ministerien selbst, nach § 7 der Bundeshaushaltsordnung. Eine flächendeckende Prüfung durch den Ausschuss gibt es nicht.

Erst mal bauen, dann nachweisen?

·5 min
Ein Kollege erzählte mir diese Woche von einem Angebot aus den USA. Eine KI liest die vorhandenen Anforderungen eines Produkts, ordnet sie den geltenden Normen zu und erzeugt daraus die Unterlagen für den Auditor. Angeblich abgeschottet in der Cloud und ohne dass ein Mensch die Zuordnung prüft. Ich habe das Angebot nicht selbst gesehen. Deshalb nenne ich keinen Namen und bewerte keinen Anbieter. Ich schreibe über das Muster dahinter, denn das kenne ich seit über zwanzig Jahren: Erst wird entwickelt. Danach wird belegt, dass alles richtig war. Nachweis, wenn das Gerät auf dem Hof steht. Kann man so machen ……

Automatisierung: Es wird heftig schütteln

·4 min
Bosch nennt schwache Nachfrage und Kosten als Grund für eine 40 Stunden-Woche. Mercedes hat zusätzlich einen anderen Hebel gezogen: Der Konzern hat sich 2025 vertraglich verpflichtet, bis 2034 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Der klassische Stellenabbau ist damit blockiert. Mehr Stunden ohne Lohnausgleich wirkt wie ein Umweg dorthin: Bei einer Erhöhung von 35 auf 40 Stunden bei gleichem Monatsentgelt sinkt die Vergütung je Arbeitsstunde rechnerisch um 12,5 Prozent, Das ist ein Kostenschnitt in der Wirkung, ohne dass eine Stelle formal abgebaut wird. Wenn die Kapazität nicht ausgelastet ist, schafft mehr Arbeitszeit keinen zusätzlichen Bedarf. Das ist Stellenabbau, nur nicht so genannt.