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Thomas Arends

Thomas Arends

Schwierige Dinge einfach machen

Hinweis zu KI

Neue Beiträge

Die Firewall hatte recht

·4 min
Freitagnachmittag, ganz gewöhnlicher Vorgang: Eine Mail soll raus, Thunderbird meldet einen Verbindungsfehler zum SMTP-Server. Empfang läuft, IMAP steht, nur das Senden bricht ab - auf jedem Client im Netz, ausnahmslos. Kein Update, keine Änderung an Thunderbird, kein Wartungsfenster beim Provider. Es „ging einfach nicht mehr", ohne erkennbaren Auslöser. Au dem Mobiltelfon ging es - am Mailclient nicht mehr. Der Reflex bei so einem Symptom ist immer derselbe: Mailserver- Konfiguration, Zertifikat, Auth-Methode. Alles unauffällig. Erst der rohe TCP-Connect-Test - ganz ohne TLS, ganz ohne Thunderbird - brachte die eigentliche Antwort: Port 587 zu, Port 465 zu, Port 993 (IMAP) offen. Kein Anwendungsproblem. Ein Netzwerkproblem.

Ihr gebt Geld aus. Dann prüft gefälligst!

·4 min
Der Bundeshaushalt umfasst rund 500 Milliarden Euro in etwa 4.000 Ausgabetiteln. Für jeden dieser Titel schreibt § 7 der Bundeshaushaltsordnung eine Erfolgskontrolle vor: Wurde das Ziel erreicht, hat die Maßnahme gewirkt, war sie wirtschaftlich. Das ist geltendes Recht. Der Bundesrechnungshof stellt seit Jahren fest, dass diese Kontrollen fehlen, nachträglich gebastelt oder vom Ministerium selbst geschrieben werden, das die Mittel ausgegeben hat. Damit steht die Sache einfach. Wer Geld ausgibt und die vorgeschriebene Wirkungsmessung nicht vorlegen kann, hat nicht nachgewiesen, dass der Titel seinen Zweck erfüllt. Der Titel ist unbelegt. Nicht unnütz, nicht verschwendet, das wäre ein Urteil ohne Daten. Unbelegt. Die Beweislast liegt beim Ministerium, nicht beim Auftraggeber, und die Auftraggeber sind wir.

Overload Handling

·3 min
Alles nach Plan. Trotzdem laufen die Probleme weiter. Ich kann nichts garantieren. Aber ich kann zeigen, was bei mir — nach vierzig Jahren, an genau der Stelle, an der es wehtut — falsch justiert war. Keine neue Methode zum Lernen. Nur fünf Stellen, an denen sich der Fehler immer wieder gleich anfühlt. Das Lebensfähigkeitsmodell kennt fünf Pflichten, die ein System — eine Firma, ein Projekt, eine Rolle — erfüllen muss, um dauerhaft zu bestehen. Ich habe sie nicht zuerst an einer Firma geprüft. Ich habe sie zuerst an mir selbst geprüft.

Die Reißleine, die es im Büro nicht gibt

·8 min
In einem Toyota-Werk hängt über jeder Station eine Leine. Wer an seinem Platz eine Abweichung bemerkt, zieht sie. Dann leuchtet eine Tafel, ein Signal ertönt, und innerhalb eines definierten Zeitfensters steht ein namentlich benannter Verantwortlicher am Band. Wird die Abweichung in dieser Zeit nicht behoben, hält die Linie an. Das ist Andon, und es ist bemerkenswert unspektakulär. Bemerkenswert ist etwas anderes: dass ein Unternehmen ein Verfahren betreibt, bei dem der Mensch mit dem niedrigsten Rang die teuerste Ressource des Werks stoppen darf. Und dass es funktioniert.

Drei Fragen zum Meeting, das Sie nervt

·5 min
Es gibt in Ihrem Kalender einen Termin, bei dem Sie beim Blick auf die Woche innerlich seufzen. Er wiederholt sich, er ist gut besetzt, er hat ein Protokoll, und niemand könnte auf Anhieb sagen, was sich seit dem letzten Mal verändert hat. Vielleicht heißt er Abstimmung. Vielleicht Koordination. Vielleicht Jour fixe Schnittstelle, vielleicht Eskalationsrunde. Um diesen einen Termin geht es hier. Dies ist kein Text gegen Meetings! Es ist ein Text darüber, was ein bestimmter Typ von Meeting über die Konstruktion Ihres Unternehmens verrät. Denn dieser Termin ist kein Zeichen dafür, dass zu wenig geredet wird. Er ist ein Messinstrument, das seit Monaten läuft, ausgewertet wird aber von niemandem.