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Thomas Arends

Thomas Arends

Schwierige Dinge einfach machen

Neue Beiträge

Wo KI im Engineering Sinn macht – und wo sie gefährlich wird

·4 min
Jede zweite Produktankündigung im Engineering-Tooling-Markt trägt inzwischen “KI-gestützt” im Titel. Das ist selten falsch – aber selten auch die interessante Frage. Die interessante Frage lautet: was genau macht KI dabei billiger, und was bleibt genauso teuer wie vorher? Die Antwort ist unbequem für alle, die sich von KI eine Abkürzung erhoffen: KI macht Content billig. Requirements-Text, FMEA-Formulierungen, ISMS-Policy-Entwürfe, Übersetzungen, Erstklassifikationen – all das lässt sich heute in Sekunden erzeugen, wo früher Stunden draufgingen. Was KI nicht billiger macht, ist alles, was mit diesem Content danach passieren muss: Wo hängt die Aussage im System? Wer hat sie freigegeben? Bleibt sie nachvollziehbar, wenn sie sich in sechs Monaten ändert? Wer haftet, wenn sie falsch war?

Er hat nicht recht, weil er der Chef ist

·6 min
2022 habe ich hier zwei Sätze aufgeschrieben, denen jeder zustimmt: Eine Aussage einer Person, die ich mag, wird deshalb nicht richtig. Eine Aussage einer Person, die ich verachte, wird dadurch nicht falsch. Es gibt eine dritte Zeile. Sie spricht selten jemand aus: Und die Aussage einer Person, die über mir steht, wird dadurch auch nicht richtig. Der erste Teil dieser Reihe war an Führungskräfte gerichtet: Zustimmung ist kein Empfangsbeleg. Dieser hier ist an die andere Seite gerichtet, und er ist unangenehmer. Nicht weil er härter formuliert ist, sondern weil das, was er verlangt, Sie etwas kostet und den Chef nichts.

Zustimmung ist kein Empfangsbeleg

·8 min
Barry Boehm und Victor Basili haben es aufgeschrieben, und seitdem hat niemand ernsthaft widersprochen: 40 bis 50 Prozent des Gesamtaufwandes eines Softwareprojekts entstehen durch vermeidbare Nacharbeit. Fehler, die spät gefunden werden, kosten bis zum Hundertfachen dessen, was sie früh gekostet hätten. Die Zahlen sind älter als die meisten Menschen, die heute Projekte leiten. Als Ursache steht in derselben Quelle: mangelnde Kommunikation. Und seit vierzig Jahren wird diese Ursache als Werkzeugproblem behandelt. Ein Tool mehr, ein Ritual mehr, ein Kanal mehr. Die Zahl bewegt sich nicht.

Bund und Länderhaushalt: Wer nicht misst, wird nicht gekürzt

·9 min
Der Bund führt keine Bilanz, kennt seine Stückkosten nicht und weist für seine Programme keine Wirkung nach. Das ist kein Versagen, sondern eine Konstruktion mit Nutznießern. Eine Bestandsaufnahme, die Ursachenkette und ein Vorschlag, wie Adressatenmessung im Haushalt aussehen müsste.

Sanierung repariert Bilanzen, keine Fähigkeiten

·6 min
Am 1. April 2025 meldete Varta den erfolgreichen Abschluss des StaRUG-Verfahrens. Die Verschuldung war von rund 485 auf 230 Mio. Euro gesenkt, 60 Mio. Euro Kapitalerhöhung und 60 Mio. Euro Neufinanzierung standen bereit, die Finanzierung war nach eigener Aussage bis Ende 2027 gesichert. Am 24. Juli 2026 stellte Varta beim Amtsgericht Stuttgart vier Insolvenzanträge. Seit dem 28. Juli läuft ein reguläres Insolvenzverfahren unter einem vorläufigen Insolvenzverwalter. Fünfzehn Monate. Im vorigen Beitrag ging es um die Frage, ob der Markt schuld ist. Diesmal geht es um die Frage, warum eine formal erfolgreiche Sanierung ein Unternehmen nicht rettet. Meine Antwort: weil die Sanierung dafür nicht gebaut ist — und weil niemand dafür verantwortlich gemacht wird, dass sie es nicht ist.