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Thomas Arends

Thomas Arends

Schwierige Dinge einfach machen

Hinweis zu KI

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Die Frist steht im Kalender

·6 min
Aus Neckarsulm kommt: 50.000 Arbeitsplätze. Sie macht Angst. Und sie lähmt, weil sie nach einem Schicksal klingt, das andere entscheiden. Dieser Text richtet sich an die Unternehmen, welche an diesem Werk hängen. Und an die Menschen, die dort arbeiten. Er zeigt eine Rechnung mit zwei Zahlen, welche Sie heute machen können. Ohne zu wissen, wie Audi entscheidet. Was belegt ist # Im Werk NSU arbeiten über 15.000 Menschen. Etwa 1.000 Zulieferer hängen an der Produktion. (Autohaus/dpa) Der Standort hat bis 30. Juni 2027 Zeit für ein wettbewerbsfähiges Konzept. Eine Schließung ist nicht beschlossen. (dpa-AFX) Der VW-Chef nennt Neckarsulm als eines von vier Werken, die nach 2030 schließen könnten. (Reuters) Der Konzern nennt 500.000 Fahrzeuge Überkapazität in Europa. (dpa-AFX, wie oben) Was eine Schätzung ist # Die 50.000. Das ist eine Schätzung von Wirtschaftsexperten für den Fall der Schließung. Es ist keine Ankündigung. Die Zahl ist nicht dieselbe wie die 50.000 Stellen, die der VW-Konzern weltweit abbauen will. Beide Zahlen werden gerade vermischt. Die Kosten. Aus Konzernkreisen heißt es: knapp 6.000 Euro Fabrikkosten je Fahrzeug, die besten Werke in Europa liegen bei rund 3.000 Euro. Bereinigt um Stückzahl und Fahrzeugklasse bleiben rund 2.000 Euro Abstand. Die Rechnung dahinter ist nicht öffentlich. Ich kann sie daher nicht prüfen. Die falsche Frage # Überall die Frage: Was muss passieren, damit Neckarsulm bleibt?

Bundesregierung und Haushaltsausschuss: Sorry, so nicht! Machen Sie Ihren Job nach § 7 BHO.

·4 min
Ich habe gefragt. Zweimal. Die erste Antwort des Haushaltsausschusses lautete: Das ist Sache der Ressorts. Die zweite: Eine titelbezogene Erfolgskontrolle kann im Ausschuss nicht erfolgen, die Entlastung ist eine politische Entscheidung. Auf die Frage, für wie viele der rund 4.000 Ausgabetitel eine Erfolgskontrolle vorliegt, hat mir bis heute niemand eine Zahl genannt. Was ich nicht mehr tue # Bisher lief es andersherum. Ich habe die 133 größten Titel gesichtet, den Haushaltsausschuss angeschrieben, die erste Antwort auseinandergenommen und um Mitstreiter gebeten, damit jeder Titel zweimal bewertet wird. Damit ist Schluss. Nicht, weil die Arbeit falsch wäre, sondern weil sie bei mir nicht hingehört. Ihr seid unsere Angestellten. Die Beweislast für effektive Arbeit und Geldausgeben liegt bei euch. Das habe ich geschrieben, und dann habe ich selbst die Beweise geliefert. Wer eine halbe Billion Euro im Jahr verteilt, schuldet den Nachweis, dass sie wirkt. Der Bürger schuldet ihn nicht.

Die Parkuhr sagt wenigstens Tick Tack

·7 min
Sie geben einen Auftrag heraus und bekommen keine Bestätigung. Kein „verstanden", kein „geht nicht", keine Rückfrage. Da können Sie auch mit einer Parkuhr sprechen. Die sagt wenigstens Tick Tack. Hinter dem Scherz steckt eine Beobachtung aus meiner Arbeit: Wenn etwas nicht funktioniert, ist auffallend oft eine Übergabe gebrochen. Etwas wurde nicht richtig gesendet, kam nicht richtig an oder wurde falsch verstanden. Meine These: Die meisten teuren Fehler entstehen an Schnittstellen, und Übergaben brechen an genau drei Stellen. Das gilt für den Auftrag an einen Kollegen ebenso wie für das Signal zwischen zwei Geräten. Beides hängt zusammen: Ein System bildet die Kommunikationswege der Organisation ab, die es entwirft. So hat es Melvin Conway 1968 beschrieben.

Requirements Engineering am Beispiel Schaltschrank

·18 min
„Der Schaltschrank muss IP 54 sein.“ So oder so ähnlich steht es in den Liefervorschriften, die ich gelesen habe. Die Aussage ist nicht falsch. Sie sagt aber nicht, was der Schrank tun soll. Sie nennt einen Kennwert und überlässt dem Leser, wofür. Gutes Requirements Engineering ermöglicht Wiederverwendbarkeit von Anforderungen und öffnet die Tür für neue Lösungen. Eine Funktion ist lösungsfrei: Sie gilt weiter, wenn das Bauteil wechselt. Anforderungen sollten als Funktion geschrieben sein: Wer leistet was, von wo nach wo, und woran wird es gemessen. Der Einwand dagegen lautet: zu schwierig. Er ist berechtigt, denn mir fällt der Schritt vom Merkmal zur Funktion selbst nicht immer leicht.

Drei Risikoberichte, vier Auffälligkeiten, ein Vorschlag

·14 min
Wenn ein Autokonzern Stellen abbaut, steht die Erklärung meist schon in der Mitteilung: China, Zölle, schwache Nachfrage, teure Energie. Das sind alles äußere Faktoren: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Technik. Der Fachterminus für eine solche Aufzählung ist PEST-Analyse. Inhaltlich die aufgrführten Punkte korrekt. Das hilft aber niemandem weiter, denn an keinem dieser Punkte kann irgendjemand was drehen. Die Frage ist: Wo hätte jemand handeln können? Deshalb habe ich an einer anderen Stelle nachgesehen: im Risikomanagement. Das ist der Teil eines Unternehmens, der früh sehen soll, was auf die Firma zukommt. Gelesen habe ich, was die drei großen deutschen Hersteller dazu selbst veröffentlichen: